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Starke Menschen

Donnerstag, 2. April 2009

Daniels Dreiteiler über die interne oder externe Erfüllung der CM-Aufgabe geht, natürlich, von der heilen Welt aus:

[...] d.h. ein Community Manager sollte (im Idealfall) letztendlich die Verantwortung für alle operativen und strategischen Fragestellungen tragen, die rund um den Aufbau und Betrieb einer Online-Community anfallen.

In aller Regel wird sich der CM irgendwo bei Presse, Werbung, Marketing, Technik und Produktmanagement aufgehängt wiederfinden und zwischen diesen fünf Stühlen sitzen. Mindestens.

Ich z. B. sitze in Community Management-Projekten regelmäßig mit Fachabteilung, Presse, Produktmanagement (mein Linienboss), Recht, Werbung und Vertrieb am Tisch.

Aus Sicht der Abteilungen ist das auch gut so. Immerhin geht es ja um ihre ureigensten Kompetenzen, wenn ein CM auf einmal direkt mit den Kunden spricht.

Um noch einmal Daniel zu zitieren:

Ein festangesteller Community-Manager ist grundsätzlich auch nicht enger an das Unternehmen gebunden oder zuverlässiger, als z. B. ein Freiberufler es wäre. Letzten Endes kommt es m. E. viel mehr auf die Person an, die letztendlich das Community Management übernimmt und wie diese innerhalb der Organisation eingebunden wird.

Meine Wahrnehmung ist da eine andere. Ein Freier ist im Zweifel schnell weg. Eine gun for hire nimmt den lukrativsten Job, egal wann. Ein Fester hat da einfach mehr Hürden zu überwinden, allein aufgrund seines mind sets.

Andererseits stimmt es natürlich, dass die Aufhängung eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. Beispielsweise sitzt man in einem Großprojekt als Teil-PM neben zig anderen Teil-PMs — die sind allerdings ausnahmslos Abteilungs- oder Teamleiter. In der Linie hatte man da wenig zu melden. Und auch wenn das Unternehmen eine Matrixstruktur hat … Die Linienhäuptlinge holen sich natürlich gerne “Experten” für die schmutzige Arbeit — entscheiden wollen sie aber alleine.

Was rede ich. Die schiere Zahl der Managementfachbücher zeigt, worauf Daniel hinaus will. Ich würde gerne eine kleine Änderung vornehmen:

Letzten Endes kommt es auf die Personen an.

Und da wären wir bei der Communityguru-Tagline: Menschen wollen stark sein.

2 Kommentare

“Das ist mein Profil!”

Mittwoch, 1. April 2009

Habe ich ein Recht auf das Profil “Sascha A. Carlin” bei [enter social network here]?

Hi, Sascha A. Carlin (itst).

Günther Jauch (GuentherJauch) is now following your updates on Twitter.

Check out Günther Jauch’s profile here:
http://twitter.com/GuentherJauch

You may follow Günther Jauch as well by clicking on the “follow” button.
Best,
Twitter

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Meine Identität im Web …

Montag, 30. März 2009

… möchte ich bitte selbst bestimmen, liebes Twitter.

Was nutzen uns Mikroformate, OAuth, openID und Co. wenn wir nicht selbst entscheiden können, wann und wo wir es nutzen wollen?

SEO-technisch mag da ja ne tolle Sache für Twitter sein. Wird jetzt wohl auch nicht mehr allzu lange dauern, bis diverese andere Dienste mit persönlichen Profilen nachziehen.

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Internetreisen

Donnerstag, 26. März 2009

Seit letztem Jahr mache ich bei meinem Arbeitgeber Betriebsschulungen unter dem Titel “Reise durchs Internet”. Heute ging es um Geschäftsmodelle von Verlagen, sprich, wie Buchverlage online Umsatz machen.

In der Vorbereitung der Reise habe ich eine Präsentation von 2007 aufgetan. Eine Agentur zeigt Führungskräften von Verlagen, wie man als Verlag eine Onlinestrategie entwicklen könnte. Im Verlauf der Präsentation stellt die Agentur die Frage “Was, lieber Leser, willst Du?”. Drei Antworten werden dem Leser in dem Mund gelegt:

  1. Ich will als Individuum wahrgenommen werden!
  2. Ich will kommunizieren!
  3. Ich will nicht zahlen!

Der zweiten Antwort folgt eine Meinung der Agentur: Marke ist nicht mehr alles. Die Behauptung: Geht es um die Bewertung von Information, entscheidet auch online die Glaubwürdigkeit der Marke. Ein Test von TEST ist eben ein Test von TEST. Nur der Duden ist der Duden. Und so weiter.

Liegt der Schwerpunkt aber auf Onlinekommunikation, tritt die Marke stark in den Hintergrund. Ob ich mich bei X, Y oder sonst wo mit meinen Freunden unterhalte … In diesem Satz steckt alles drin. Der Ort spielt keine Rolle, solange ich kommunizieren kann.

Alter Wein in neuen Schläuchen, diese Erkenntnis. Jeder, der schon ein paar mehr Onlinejahre auf dem Buckel hat, weiß das und hat es erlebt, vielleicht so gar mehrfach.

Mir geht es da nicht anders. Wenn ein Onlineprodukt so angelegt ist, dass Menschen sich austauschen, spielt es plötzlich eine Rolle, wer außer mir mitmacht. Man geht ja auch im echten Leben dorthin, wo man Freunde trifft.

Meine These: Die Nützlichkeit eines solchen Produkts wird als größer empfunden, je wohler man sich fühlt.

Was zu der Frage führt, wann man sich wohlfühlt. Unter der Annahme, dass ein Mensch selbstbewusst ist und dennoch nicht allein sein kann, wird er sich dann am wohlsten fühlen, wenn er respektierter Teil einer Gemeinschaft ist.

Kommt man nicht ins Gespräch, gefallen einem die Themen nicht, reist man eben weiter.

An dieser Stelle könnte ich lange über die Auswirkung dieser kleinen Wahrheit auf verschiedene Formen von Onlineprodukten zu schreiben. Über fachorientierte und allgemein gehaltene Onlineprodukte. Über den Unterschied von Geschäfts- und Privatleben. Über unkanalisierte und fokussierte Produkte. Aber alles zu seiner Zeit.

Ich glaube, wir brauchen manchmal etwas mehr Ruhe in der Diskussion um Online Communities. Eine Rückbesinnung, nicht in der Zeit, sondern auf das Ziel unserer Produkte, den Menschen und was ihn ausmacht und bewegt, behindert und weiter bringt.

Kommunikation

Kommunikation

(lat.) K. bezeichnet den Austausch von Informationen zwischen zwei oder mehreren Personen. Als elementare Notwendigkeit menschlicher Existenz und wichtigstes soziales Bindemittel kann K. über Sprache, Mimik, Gestik, durch schriftlichen Austausch, Medien etc. stattfinden. Zu unterscheiden sind a) interpersonale K. (unmittelbar und mittelbar zwischen Personen), b) Massen-K. (wenige Journalisten bereiten Informationen auf, die von vielen Lesern konsumiert werden) und c) Gruppen-K. (innerhalb bestimmter, organisierter sozialer Gruppen, Verbände, Parteien).

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 4., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2006.

Bitte nicht immer nur Magazine und Zeitungen

Klar, Produkte mit häufig wechselndem Inhalt verkaufen sich öfter und werden regelmäßiger genutzt. Dass Zeitungen und Magazine also durchaus eine wichtige Rolle im Medienmix des Internets spielen, ist klar. Tagesaktuelle Informationen in Buchform … Nicht wirklich.

Dennoch, auch Buchverlage sind Verlage. Dass sie langlebigere Produkte verkaufen, macht sie nicht langweilig. Vergesst also bitte nicht, wenn Ihr von Verlagen sprecht, dass Informationen nicht nur als Tabloid, sondern auch zwischen Buchdeckeln produziert, vertrieben, gekauft und genutzt werden.


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Well… Okay.

Donnerstag, 19. Februar 2009

Mark hatte es neulich von, positiv ausgedrückt, künstlicher Aktivität.

Hier mal ein Beispiel aus der Praxis (nicht meiner, gelle): die Neckermann nLounge, gebaut von motionet. Aus dem About:

Gestalte Dein individuelles Profil und lerne neue Leute in unserer Community kennen. So kannst Du Dich über Themen austauschen, die Dich bewegen! In Deinem persönlichen Gästebuch können sich Deine Freunde verewigen! Stelle ihnen in einer Lifestyle-Liste doch mal die Dinge vor, die Dir gefallen: Mode-Trends, Technik-Highlights und mehr. Hierzu kannst Du nach Herzenslust Fotos und Filme hochladen!

So richtig viel ist da nicht los, was vielleicht auch daran liegt, das Neckermann selbst kaum Content bereitstellt. Die Idee, Benutzer Items (meist Klamotten) zu Sets zusammenstellen zu lassen, ist ja nicht schlecht (dazu demnächst mehr). Leider klappt das aber nur mit ein paar ausgesuchten Items, nicht dem gesamten Katalog.

Warum man neben Fashion-Sets Kochrezepte schreiben soll, entzieht sich meinem Verständnis — abgesehen von dem Kochhype, der aber doch eigentlich schon wieder rum ist.

Im Forum ist so wenig los, dass man ein Valentinsforum eingerichtet hat und dort ein Gewinnspiel veranstaltet. Aus dem Newsletter:

In unserem aktuellen Forum-Gewinnspiel dreht sich alles um die Liebe und Du kannst eines von 10 Lindt Chocoladen-Paketen im Wert von je 35,- Euro gewinnen.

Alle User, die bis zum 1.03.2009 einen Beitrag im Valentins-Forum zum Thema Liebe posten, nehmen an der Verlosung teil! Diskutier gleich mit!

Noch deutlicher wird die Verzweiflung der Trend-Spionen Kate (alter ego des Communitymanagements) wenn man sich in der nLounge bewegt — gefühlte 50% der Benutzer sind Neckerfrauen und -männer. Spätestens im Forum merkt enttarnt sich der eine oder die andere.

Witzig auch der aktuelle Newsletter, laut dem der Benutzer “tester10m” eine neue Rezeptliste angelegt hat. Dazu passen die knapp 20 Accounts aus der Gegend rund um Düsseldorf. Und ich meine nicht nur “neckermann33333″ & Co ;)

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